It's About Time

Übungen für eine bessere Time (nicht nur) für Drummer

Das Metronom ist Dein Freund

Nein wirklich, das stimmt. Das Metronom gibt uns die Möglichkeit unsere Time zu überprüfen, es hilft uns, da richtige Tempo zu finden und befähigt uns, Feinjustierungen in unseren Parts vorzunehmen.

Es macht uns aber auch manchmal sehr abhängig. Der Viertelpuls wird zum Maß aller Dinge, das eigene Gefühl für den Rhythmus folgt dem Diktat des Klicks, und die Eins von Gott Metronom ist der Heilige Gral. Wir vergessen darüber, das Musik eine elastische Form hat und gerade diese Elastizität Spannung erzeugt.

Sollen wir also das Metronom wegstellen? Natürlich nicht, wir sollten nur überdenken, wie wir damit arbeiten. Das Ziel ist, wieder die Kontrolle über die Time zu bekommen und mehr Spaß am Üben mit dem Metronom zu haben. Die hier vorgestellten Übungen sollen dabei helfen.

Über die Übungen

Durch die Übungen sollen zwei Dinge erreicht werden:

  • Ihr sollt die Eins fühlen lernen, ohne die dass sie vom Metronom angezeigt wird.
  • Ihr sollt ein Gefühl für die Unterteilungen zwischen den Beats bekommen.

Kurze Anmerkung zum Zählen:

Jeder zählt natürlich so, wie er sich am wohlsten fühlt. Ich ziehe das englische Zählen vor, weil z.B. “ein-e-und-e”, anders als “one-e-and-a” nicht zwischen den Off-Sechzehnteln unterscheidet. “one-trip-let” klingt auch besser als “ein-un-die”. Aber das muß jeder für sich entscheiden, wichtig ist nur das gleichmäßig gezählt wird.

Vorbereitungen

Zuerst müssen wir uns davon befreien, AUF dem Klick spielen zu wollen. Stellt euch vor, der Klick ist ein Perkussionist, mit dem ihr ZUSAMMEN spielt. Dabei hilft es, einen entsprechenden Ton für den Klick einzustellen, eine Cow-Bell, Claves, so etwas in der Art.

Das Metronom wird auf einen einfachen Viertelpuls mit 70 bpm eingestellt, keine Spezialeinstellungen, wie Off-Beats oder Triolen.

Alle Klicks haben die gleiche Lautstärke, keine betonten Schläge.

Das Metronom läuft während der ganzen Übung durch.

Und wie immer, LAUT zählen und sprechen.

Übung 1

Zählt mit dem Klick. Macht das solange, bis ihr das Gefühl habt, ihr seid gut zusammen.

Time 1

Setzt kurz aus und versucht eure Eins so im Kopf zu verschieben, so dass der Klick auf dem “und” jeder Zählzeit liegt.

Fangt auf eurer Eins an Viertel zu zählen.
Zählt Achtel.

Time 2

Wenn es groovt, habt ihr die “richtige” Eins gefunden.

Setzt aus und verschiebt die Eins und das Tempo (wieder nur im Kopf), so dass der Klick auf der Zwei und der Vier liegt.

Zählt eure Viertel.
Zählt eure Achtel.

Time 3

Verschiebt die Eins und das Tempo, so dass der Klick auf dem Sechzehntel-Off-Beats liegt.

Der Einstieg ist hier vielleicht schwerer, als bei den anderen Übungen, es hilft auf dem Klick erst mal nur die “es” zu sprechen und dann, wenn man die Time hat, “ein”, “und” und “zwei” in die Lücken zu setzen.

Zählt eure Viertel
Zählt eure Achtel.
Zählt eure Sechzehntel.

Time 4

Merkt ihr, wie sich das Gefühl für den Puls durch die Off-Sechzehntel verändert?

Zum Abschluß lassen wir es swingen: Setzt aus und verschiebt die Eins, so dass der Klick auf dem “die” von “ein-un-die” (Triole) liegt. Der Einstieg ist ähnlich, wie bei den Sechzehntel-Offs, sprecht erst das “die” auf dem Klick und füllt die Lücken dann mit “ein-un”, “zwei-un” usw.

Time 5

Zählt eure Viertel.
Zählt eure Triolen.

Macht doch Spaß, oder?

Zeit für die nächste Übung

Übung 2

Alles wie in Übung 1, zusätzlich klatscht ihr beim Zählen auf Eins, Zwei, Drei und Vier.

Übung 3

Wer will, kann ein höheres Tempo einstellen.

Wir nehmen das folgende rhythmische Muster und sprechen/singen es LAUT über die Klick-Variationen. Dazu klatschen wir auf der Eins, Zwei, Drei und Vier.

Rhythmus

Muster

Auf dem Beat

Time 2, 1

Achtel-Off-Beat

Time 2, 2

Up-Beat auf 2 & 4

Time 2, 3

Sechzehntel-Off-Beat

Time 2, 4

Swing-Off-Beat

Time 2, 5

Übung 4

Wie Übung 3, aber jetzt klatscht ihr den Rhythnus und zählt auf Eins, Zwei, Drei und Vier.

Wie geht es weiter?

Wer alle Übungen durch hat, kann kann Übung 3 und 4 mit anderen Rhythmen ausprobieren. Oder nehmt euer Instrument und spielt zu den Klick-Variationen. Zählt beim Spielen LAUT die Viertel auf 1, 2, 3 und 4.

Probiert unterschiedliche Tempi.

Kreiert eigene Klicks, z.B. mit einem Notations-Programm.

Eine interessante Möglichkeit:

Metronom auf 2 & 4
Ihr spielt dazu und sprecht/singt die Klick-Variationen, z.B. den Swing-Off-Beat.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar neue Ideen für das Üben mit dem Metronom vermitteln. Stay tuned für weitere Beiträge zu diesem Thema.